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Osteopathie ist eine ganzheitliche, manuelle Diagnose- und Behandlungsform, die den Körper und seine Systeme als Gesamtheit betrachtet und behandelt.

Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist eine manuelle Untersuchungs- und Behandlungsform, die den Körper und seine Funktionen als ganzheitliches System begreift. Osteopathen nutzen ihre Hände, um unterschiedliche Körpergewebe, Spannungen und Eigenbewegungen, sowie energetische Qualitäten zu erfühlen, um sich ein ganzheitliches Bild von ihrem Patienten zu machen. Die osteopathische Diagnose, nach der sich auch die Behandlung richtet, umfasst die Wechselwirksamkeit der Körpersysteme und ihre Bedeutsamkeit für die Rückkehr in den natürlichen Balancezustand. Als Osteopathin begebe ich mich auf die Suche nach den tieferliegenden Ursachen von Symptomen und gehe über den Blick auf die offensichtlichen Beschwerden hinaus. 

Durch die bewusste Berührung und das offene Lauschen mit den Händen kann es möglich sein, dass Patienten wieder in Kontakt mit den in den Geweben gespeicherten Erlebnissen kommen. In diesem Prozess der Bewusstwerdung werden Körper und Geist in die Lage versetzt, sich selbst zu heilen und notwendige Korrekturen vorzunehmen.

Die Grundlagen der osteopathischen Arbeit sind fundierte Kenntnisse der Anatomie, Physiologie, Neurologie und Pathologie des Menschen. In Deutschland dürfen ausschließlich Heilpraktiker und Ärzte mit abgeschlossener Ausbildung oder Studium mit mindestens 1350 Stunden die Osteopathie ausüben. 

In diesem 30-minütigen Interview spreche ich mit einer geschätzten Heilpraktiker Kollegin (Claudia Beilicke, Expertin für ganzheitliche Blutlabordiagnostik und Darmgesundheit in Graben-Neudorf) über Verdauung aus Sicht der Osteopathie und des Nervensystems, was Osteopathie ist und du bekommst praktische Tipps zur Selbsthilfe bei Verdauungsproblemen. 

Die drei zentralen Bereiche der Osteopathie

Die folgenden Teilbereiche der Osteopathie beeinflussen sich gegenseitig. Alle Körpersysteme arbeiten wechselwirksam und untrennbar, als ein Ganzes, zusammen. Dies geschieht über ihre gemeinsame Funktion – Gesundheit und Leben zu erhalten. Ihre Unterscheidung dient allein dem besseren Verständnis.

Parietale Osteopathie

Diese bezieht sich auf muskuläre, bandhafte, knöcherne, gelenkige und fasziale (Muskelfaszienskelettsystem) Zusammenhänge. Bewegungseinschränkungen können durch Fehlstellungen und  Fehlspannungen der Muskulatur hervorgerufen werden und Schmerzen verursachen. Durch gezielte Impulse zur Korrektur wird ein neues Gleichgewicht im Körper etabliert. Dieses ist sowohl statisch (energieeffizente Haltung), als auch dynamisch (in Bewegung). Beckenschiefstände, Muskelverspannungen und Fehlstellungen der Wirbelsäule können korrigiert werden. Immer im Gesamtbild der ursächlichen Störung.

Viszerale Osteopathie

Dieser Bereich bezieht sich auf die inneren Organe, wie Leber, Magen, Darm, Herz etc. Im Rahmen der osteopathischen Behandlung kann die nervale Versorgung, die Durchblutung und die Funktion der Organe normalisiert werden. Behandelt werden die rhythmische Eigenbewegung und ligamentäre sowie fasziale Verbindungen. Auf diese Weise können Stoffwechselvorgänge harmonisiert, die Verdauung gefördert und die Ausscheidungsorgane bei der Entgiftung des Körpers unterstützt werden, so dass der Organismus gesunden kann.

Kraniosakrale Osteopathie

Die lateinischen Begriffe Kranium (Schädel) und Sakrum (Kreuzbein) bezeichnen zwei Anteile des kraniosakralen Systems, zu welchem ebenfalls das Gehirn, die Hirnrückenmarksflüssigkeit, sowie die Hirn- und Rückenmarkshäute zählen. Dieser wichtige Teilbereich befasst sich ebenfalls mit dem zentralen- und peripheren Nervensystem und deren Funktion für den Gesamtorganismus.

 

Die vier Prinzipien der Osteopathie

Das 1. Prinzip – Der Körper funktioniert als eine Einheit

Dein Körper, mit seinen unterschiedlichen Systemen (Muskel-, Verdauungs-, Hormon-, Immunsystem, etc.) agiert stets als Einheit. Dein Nervensystem orchestriert diese Zusammenarbeit auf perfekte Weise. In den meisten Fällen so, dass du dir dessen nicht bewusst bist. Du hast sicher schon einmal den Zustand erlebt, wenn du dich vor etwas erschreckt hast. Hier reagiert dein Körper, sehr eindrücklich, als Ganzes. Während deine Sinne eine Gefahr wahrnehmen, reagieren deine Nebennieren mit dem Ausstoß von Adrenalin, welches als Hormon wiederum deinen Herzschlag erhöht und deine Muskulatur mehrdurchblutet, um dich bestmöglich auf Kampf oder Flucht vorzubereiten. Auch im Ruhezustand informieren deine Sinneswahrnehmungen und die „inneren“ Eindrücke deiner Organe dein Nervensystem über den Ist-Zustand. Im Gegenzug erhalten sie Anweisungen zur Anpassung. Fällt z. B. die Körpertemperatur, wird dieser Zustand innerlich gemessen und Gegenmaßnahmen, wie Muskelzittern, eingeleitet. Du siehst, es besteht eine fortwährende Kommunikation in zwei Richtungen. Mein Ziel als Osteopathin ist es, alles Nötige zu tun, damit diese Kommunikation wieder besser fließen kann.
 

Das 2. Prinzip – Der Körper hat Selbstheilungskräfte

Die Selbstregulation ist immerzu in deinem Körper aktiv. Ständig finden Auf- und Umbauprozesse, sowie kleine „Reparaturarbeiten“, wie z. B. beim Heilen einer Schnittwunde, statt. Dabei ist es egal, ob du gerade eine Krankheit durchmachst oder Schmerzen hast. Dein Körper erneuert und heilt kontinuierlich. Auch das Kranksein selbst gehört zu diesem Prozess dazu. Gesundheit ist also ein ganz natürlicher, angeborener Bestandteil deines Wesens. Gemeinsam wollen wir uns auf die Suche nach ebendieser Gesundheit machen. In der Arbeit mit mir lernst du, wieder mehr auf deinen Körper und seine Bedürfnisse zu hören und ihn selbstständig zu unterstützen.
 

Das 3. Prinzip – Bewegung ist Leben

Dein Körper strebt fortwährend nach einem Zustand von Ausgeglichenheit, durch die Anpassung an innere und äußere Einflüsse. Dieser Zustand ist jedoch nicht statisch, sondern gekennzeichnet durch ein ständiges Pendeln zwischen Ausgeglichenheit und Unausgeglichenheit. Dies ist der natürliche Ausdruck von Gesundheit. Für das Leben ist es wesentlich, dass die Ver- und Entsorgung aller Körpergewebe zu jeder Zeit gewährleistet ist. Eine gute Versorgung der Zellen mit Nährstoffen, sowie der Abtransport von Stoffwechselendprodukten aus dem Gewebe, sind Grundlage jeder Heilung und Selbstregulation. Dafür sorgen der Blutfluss, der Lymphtransport und andere, wichtige Körpersysteme, die stets als Einheit zusammen agieren. Unerlässlich für dein Wohlbefinden sind auch die Leitfähigkeit der Faszien und die reibungslose Beweglichkeit von Muskulatur und Gelenken, die den menschlichen Gang und energieeffiziente Haltung ermöglichen. Diesen Fluss und die Beweglichkeit zu fördern, sehe ich als meine Aufgabe in der Behandlung.

Das 4. Prinzip – Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig

Struktur und Form beziehen sich auf das, was dem Körper und den Organen ihr menschliches Aussehen verleiht. Die Struktur umfasst die knöchernen, muskulären, faszialen, neuralen Teile und selbst die Körperflüssigkeiten des Organismus. Sie beeinflusst die Möglichkeiten und Fähigkeiten dein Leben zu gestalten. Die Funktion drückt sich zum Teil in den Aufgaben einzelner Organe aus. Deine Bauchspeicheldrüse z. B. produziert Insulin, um den Zucker aus der Nahrung in die Zellen zu transportieren. Die Systeme des Körpers zeigen, alle für sich genommen, ein Abbild des gesamten Körpers. Sämtliche Gewebe und Systeme sind dabei auf anatomischer und physiologischer Ebene miteinander verknüpft. Auch das Nervensystem, das die zentrale Rolle in der Ausführung sämtlicher Körperfunktionen spielt, spiegelt dich als Ganzes wieder. Mit sanften Impulsen befreie ich die Strukturen und Gewebe deines Körpers, wo es nötig ist, damit sie wieder in seine Gesamtheit integriert werden.

Wie läuft eine osteopathische Behandlung ab?

In der ersten Sitzung nehmen wir uns Zeit für eine ausführliche Anamnese. Wir betrachten alle Aspekte, die Einfluss auf dich, deine Gesundheit und deine Beschwerden haben. Zu diesen zählen u. a. folgende Bereiche: Bekannte Vorerkrankungen, Medikamente, Operationen, Unfälle, Kieferchirurgische- und/oder zahnärztliche Maßnahmen, Ernährung, Bewegung, Stressfaktoren, usw. Im Anschluss folgt die osteopathische Untersuchung (in jeder neuen Sitzung), die hauptsächlich über die Hände erfolgt. Diese umfasst u. a. die visuelle Betrachtung des Körpers hinsichtlich Haltung und Muskelspannung, die Prüfung der Beweglichkeit und Stellung der Gelenke, sowie das Fühlen der Gewebebeschaffenheit der Faszien, Ligamente, Lymphknoten, Position der Organe, etc. Tests zur Bewertung der neurologischen Ansprechbarkeit von Muskeln ergänzen die Untersuchung und können Hinweise auf funktionelle Zusammenhänge der Organsysteme geben. Während bzw. nach der Behandlung erkläre ich die von mir gewählten Behandlungstechniken und deren individuellen Nutzen.

Wie lange dauert eine osteopathische Behandlung?

Eine Behandlung in meiner Praxis dauert in der Regel 50-60 Minuten. Die Anzahl der Sitzungen ist abhängig vom Beschwerdebild und deiner aktiven Mitwirkung. Da ich hauptsächlich mit chronischen Schmerz- und Stresspatienten arbeite, ist erfahrungsgemäß eine Serie von 6-9 Behandlungen mit einem Abstand von 4-5 Wochen sinnvoll. Du lernst, neben den osteopathischen Behandlungen, deinen eigenen Körper wieder als Mentor kennen und dessen Sprache verstehen.

Wie bereite ich mich auf eine osteopathische Behandlung vor?

Auf deine osteopathische Behandlung kannst du dich gut vorbereiten, indem du dir bereits im Vorfeld Gedanken zu deiner Krankheitsgeschichte machst und auflistest, was bisher wichtige Meilensteine in den o. g. Bereichen waren. Auch sehr alte Verletzungen oder die Art und Weise, wie du zur Welt gekommen bist, können wichtige Hinweise auf die Ursache deiner Beschwerden liefern. Bitte bring zu deinem ersten Termin außerdem alle Laborbefunde, Arztberichte und z. B. Röntgenaufnahmen mit. Ich bitte dich, zu jeder Sitzung ein großes Handtuch mitzubringen und empfehle dir, bequeme Kleidung zu tragen. Lass dir von deinem Hausarzt oder Orthopäden ein Privatrezept mit der Empfehlung für Osteopathie ausstellen. Diese benötigst du für die Abrechnung mit der Krankenkasse zusammen mit der Rechnung, die ich dir unmittelbar nach der Behandlung ausstelle.

Was ist nach der osteopathischen Behandlung zu beachten?

Ich empfehle meinen Patienten, nach der Behandlung auf mögliche Veränderungen in der Zeit zwischen den Terminen zu achten. Häufig waren, neben den körperlichen Veränderungen, auch Veränderungen im mentalen und emotionalen Bereich zu verzeichnen.

Mögliche Nebenwirkungen, die unmittelbar nach der Behandlung auftreten können:

Schwindel von kurzer Dauer, Frieren, Muskelkater, eine Erstverschlimmerung deiner Symptome für maximal 2 Tage. Diese Zeichen sind aus osteopathischer Sicht zu begrüßen, da sie die Reaktion deines Körpers auf die Behandlung zeigen, nach der sich eine Regulation einstellen kann.

Was kann ich selbst tun?

Dein Körper birgt deine eigene Medizin, in Form deiner Selbstheilungskräfte. Meine Leidenschaft als Osteopathin ist es, dich in deiner Selbstwirksamkeit zu unterstützen, damit genau jenes Potential auf natürliche Weise zur Entfaltung kommt. In einer sanften Praxis aus Körperwahrnehmung, Atmung und Bewegung, lernst du bewusst Stress abzubauen und wieder in Balance zu kommen. Dein eigener Körper ist dabei dein wichtigster Mentor und Begleiter und die Übungen in deinem Alltag leicht umsetzbar.

Das Ziel im Leben ist, wieder eine Beziehung zur Gesundheit zu bekommen, welche alles umfasst, was Dein wahres Selbst ist.

Wieviel kostet Osteopathie und was übernimmt meine Krankenkasse?

Eine Behandlung liegt zwischen 90 und 120 €. Die Abrechnung meiner Leistungen erfolgt nach den Sätzen des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker und richtet sich nach dem jeweiligen Leistungsaufwand. Dies bedeutet, dass du, je nach Krankenversicherung einen Teil der Behandlungsgebühren selbst trägst. Die Höhe des Honorars bleibt dabei unabhängig von der Erstattung. In unserem Erstgespräch kläre ich dich hierüber ausführlich und individuell auf. Oftmals wird eine, durch eine HeilpraktikerIn durchgeführte osteopathische Behandlung von deiner Krankenkasse ganz oder teilweise erstattet. Bitte erkundige dich im Vorfeld bei deiner Krankenkasse.