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Über die Macht deiner Glaubenssätze und wie du sie aus einer neuen Sicht betrachtest.

Die Worte, die du am Tag über dich sprichst oder denkst, spiegeln direkt deinen Glauben über dich wieder. Ich lade dich ein, dies im Laufe des Tages einmal zu beobachten. 

Glaubenssätze sind tief verankert in unserem Unterbewusstsein und wir tragen viele von ihnen meist schon sehr lange – seit der frühen Kindheit – in uns. Sie sind unsere inneren Überzeugungen, die uns in unseren äußeren Erfahrungen oft die Bestätigung für ihre „Richtigkeit“ bringen. Dein Verstand folgt diesen „Bildern“ und filtert genau die Aspekte einer Erfahrung heraus, die zu deiner unbewussten Annahme passen.

Wenn du zum Beispiel glaubst, dass du nicht gut genug bist oder nicht liebenswert, könnte dir folgendes Szenario bekannt vorkommen: Eine Freundin hat einen schlechten Tag und ist vielleicht etwas kurz angebunden in ihren Antworten. Du fühlst dich schuldig, verunsichert und womöglich zweifelst du, ob eure Freundschaft aufgrund deines Versagens überhaupt noch Bestand hat. Dir wird heiß und kalt und du überlegst, wie du deinen „Fehler“ wieder gutmachen kannst. 

Das hat nichts mit der Realität zu tun, aber alles mit deiner unbewusst verankerten Überzeugung. Dein Verstand spielt dir hier aber keinen Streich oder folgt einer bösen Absicht. Es ist seine Funktion, dir auf diese Weise das Erleben deiner Wirklichkeit zu ermöglichen. Dazu bedient er sich auch deiner unbewussten Ausrichtung. Dieser Fokus verändert, wie du die Welt im Außen wahrnimmst. Sieh dich einmal um, dort wo du bist, und nimm alles wahr, was gelb ist. Der Ort wird dir in Kürze sehr viel gelber vorkommen, als noch vor einer Minute. 

Woher kommt ein Glaubenssatz und wie kannst du ihn wandeln?

In unseren jüngsten Jahren sind wir auf die Liebe und Zuwendung unserer Eltern oder nächsten Bezugspersonen angewiesen, um Sicherheit und Schutz erfahren zu können. Der Teil unseres Nervensystems, der für unsere Bindungsfähigkeit zuständig ist, prägt sich in dieser Zeit aus. Auch die Fähigkeit, uns selbst zu beruhigen, unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen und für sie zu sorgen, entwickelt sich in der frühen Kindheit, in den ersten Beziehungen. Wird diese Co-Regulation gestört, empfinden wir eine tiefe Unsicherheit, die unser Urvertrauen in das Leben erschüttert. Dies triggert die körperliche Stressantwort des Nervensystems. Über die Jahre entstehen so toxischer, chronischer Stress, Erschöpfung, Burnout und weitere Erkrankungen.

Für Anerkennung werden wir zu sehr guten „Beobachtern“, die in der Lage sind, die Gefühle, Stimmungen und Blicke unserer Eltern zu deuten. Als soziale Wesen, die wir Menschen sind, ist das die natürliche Suche nach Bindung. In der Folge lernen wir, uns ihrem Verhalten anzupassen. Und besonders in dieser Zeit, beginnen wir Dinge über uns zu glauben und sie als wahr zu akzeptieren, wenn wir oft genug in unserem Versuch, geliebt zu werden, gescheitert sind. Andauernder Stress und Überforderung deiner Eltern können hier bereits ausgereicht haben. 

Besonders die Annahme „ich bin nicht gut genug“, oder „nicht liebenswert, so wie ich bin“, wird in dieser Zeit gesäht. Hat dieser Satz erst einmal feste Wurzeln in unserem Geist gefasst, „erwarten“ wir unbewusst, in unseren späteren Beziehungen enttäuscht zu werden und wundern uns nicht, wenn dies dann geschieht. Glaubenssätze sind immer dann am Werk, wenn Situationen sich wiederholen und du sie betrachten kannst, wie ein Muster. An Beziehungen wird das am deutlichsten. 

Wie kannst du diese Annahmen über dich wandeln?

Eine einfache Frage macht den Anfang: „Ist das wirklich wahr?“ Vermutlich hast du dich das noch nie gefragt. Schreibe dir die Frage und deine Antworten auf ein Blatt Papier. Kannst du mit absoluter Sicherheit sagen, dass es wahr ist, dass du nicht liebenswert bist? 

Dies aktiviert einen Prozess, den man „langsames Denken“ (nach Daniel Kahnemann) nennt. Eine Fähigkeit deines Geistes, bewusst und konstruktiv über die Dinge nachzudenken. Es weckt deinen Forschergeist und hilft dir, belegbare Fakten für reine Annahmen zu finden. Und nichts anderes ist ein Glaubenssatz: Eine oft verzerrte Annahme über dich, die du zu einem Zeitpunkt in deinem Leben begonnen hast zu glauben, als du es einfach nicht besser wusstest. 

Wie osteopathische Körperarbeit dich in bewussterem Denken unterstützen kann / Die körperlichen Entsprechungen deiner unbewussten und bewussten Anteile:

Der Sitz deines Verstandes, mit Hilfe dessen du deinen Fokus lenken und abstrakt denken kannst, liegt hinter deiner Stirn im sogenannten präfrontalen Cortex – dem jüngsten Teil deines Gehirns. Dein Unterbewusstsein, oder anders gesagt die Steuerung für alles, was automatisch, ohne dein bewusstes Zutun oder Denken abläuft, ist Zuhause im hinteren Teil deines Kopfes, dem Hirnstamm. Nicht das eine oder das andere sondern eine harmonische Zusammenarbeit der beiden Hirnareale und ihrer Funktionen bildet die Grundlage von Gesundheit und Regeneration.

In der cranialen (*Kopf) Arbeit werden diese Bereiche mit sanften Griffen indirekt behandelt. Über die Beeinflussung der äußeren Strukturen, wie Schädelplatten und Muskulatur, zielen wir auf die Entspannung der inneren Membranen ab. Diese umgeben das Gehirn und verbinden seinen vorderen und hinteren/unteren Teil. Ihre Integration oder Verbindung dient dem Ausgleich des gesamten Nervensystems. Der instinktbasierte Stressreflex hat so die Chance, sich zu regulieren. Dies ist die Grundvoraussetzung für unseren bewussten, menschlichen Verstand, die Oberhand zu ergreifen. 

Du möchtest wissen, ob und wie dich eine osteopathische Behandlung ganzheitlich unterstützen kann? Dann vereinbare jetzt ein kostenloses, telefonisches Kennenlerngespräch von 30 Minuten. 

Von Herzen
Deine Michaela 

Remember to always mind your soul and body🦋

📚Meine Buchempfehlung für dich: Schnelles Denken, langsames Denken – Daniel Kahnemann