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Warum es hilft, dein Nervensystem zu verstehen und wie du es nutzen kannst, um entspannter mit Herausforderungen umzugehen

Kennst du dieses nagende Gefühl im Bauch, das die Stimme in deinem Kopf begleitet, die sagt, dass du es nicht schaffen wirst? Sie spricht, wenn du dir etwas vorgenommen hast, das dir wirklich viel bedeutet, du eine gute neue Gewohnheit in deinem Leben etablieren möchtest. Manchmal erlebst du auch einen Rückschlag, wenn du gerade positive Veränderungen gemacht hast und es dir schon besser geht. 

Hier stößt du an die „obere Grenze deiner Freude“ und sie nimmt ihren Anfang in dem Teil deines Nervensystems, das für deine (innere und emotionale) Sicherheit zuständig ist. 

Wenn du in deinem Leben bereits viele Rückschläge erfahren hast, Schmerz und Spannungen deine ständigen Begleiter sind, ist auch deine Kapazität, tiefe emotionale Freude zu erfahren eingeschränkt. Und es ist umso schwieriger, dich auf Veränderungen einzulassen, weil sie einfach Unsicherheit bedeuten, die gefühlt zu viel für dein (Nerven)System ist. 

Sogenannte Entwicklungstraumata können eine bedeutende Rolle spielen. Der Teil deines Nervensystems, von dem ich sprach, bildet die Grundlage für dein Urvertrauen. Die Art wie deine Mutter die Schwangerschaft erlebt hat, deine Geburt und besonders die ersten 3 Jahre deines Lebens prägen deine Fähigkeit, dich sicher zu fühlen. 

Die Bindung zwischen dir und deinen Eltern oder deinen nahestehendsten Personen ist dabei besonders hervorzuheben. Sie prägt die Art und Weise, wie du deine eigenen Bedürfnisse wahrnimmst und dich selbst um dich kümmern kannst. Berührung, Zuwendung und liebevolle Fürsorge bilden in dieser Zeit die Funktion des vorderen Astes deines Vagus Nervs aus, der deiner sozialen Bindungsfähigkeit Ausdruck verleiht. 

Je nachdem wie deine frühkindlichen Bedürfnisse gestillt wurden und du dadurch Sicherheit und Verbundenheit erfahren hast, desto besser ist es dir später möglich, dich gut um dich zu kümmern, Grenzen zu setzen und flexibel mit Veränderungen umzugehen. 

Die gute Nachricht ist: Du kannst diese (Selbst)Sicherheit und Verbundenheit auch nachträglich fördern, wenn du sie nicht erlebt hast. Durch bewusste Arbeit mit deinem Körper, deinem Atem und deinem autonomen Nervensystem – ganz besonders mit dem vorderen Vagus Ast.

Eine ganz einfache Übung, mit der du beginnen kannst, ist die Herzkohärenz-Atmung. Sie hilft dir, dein autonomes Nervensystem auszugleichen, indem sie seine erregenden und beruhigenden Teile ausgleicht. Finde dafür einen ruhigen Ort und setze dich bequem hin. Alles was du brauchst, ist dein Atem. Nimm ihn zunächst wahr und spüre, wo in deinem Körper er frei fließen kann. Dann stell dir vor, wie du durch die Mitte deiner Brust, hinter dein Brustbein, atmest. Hier befinden sich dein physisches Herz, das Energiezentrum und Anteile des Vagus Nervs, der zum „beruhigenden“ Teil deines Nervensystems zählt. Während du den Atem durch diesen Bereich fließen lässt, stell dir innerlich ein Bild mit dem du eine warme, positive Emotion verbindest vor und fühle diese Emotion in deinem Herzzentrum. Wenn du abschweifst, lass dich immer wieder von deinem Atem in dein Herz führen. Übe so für den Anfang für 2 Minuten oder solange es dir guttut. 

Kennst du diesen Stress, der mit Veränderung und neuen Gewohnheiten einhergeht?

Von Herzen 
Deine Michaela 

Remember to always mind your soul and body 🌱