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Was aus körperlicher Sicht oft in uns vor sich geht, wenn es uns schwerfällt, alle Aktivitäten fallen zu lassen und zu entspannen, ist die Aktivierung der Stressantwort.
Der Mechanismus innerhalb deines Nervensystems, der dich normalerweise in Gefahrensituationen dazu befähigt zu kämpfen oder zu flüchten. (Es gibt noch eine weitere Komponente, auf die ich in meinem Artikel 4 Wege aus der Erstarrung eingegangen bin.)

Für diesen Fall wird sehr viel Energie freigesetzt, die du brauchst, um dich verteidigen oder eben fortlaufen zu können. Es entsteht eine hohe Spannung in deiner Muskulatur, die gleichzeitig mehrdurchblutet wird. Dein Fokus ist wachsam, um ideal auf einen Angriff reagieren zu können. Während dein Herzschlag und deine Lungenkapazität sich erhöhen, fährt z. B. deine Verdauung herunter. Diesen Mechanismus und viele andere übernehmen Teile deines Gehirns und die beiden Anteile deines autonomen Nervensystems: Sympathikus (Aktivierung) und Parasympathikus (Ruhe, Entspannung, Regeneration).  

Diese innere Unruhe und Rastlosigkeit kann ein Zeichen von ständiger Alarmbereitschaft sein, da die Aktivierung in vollem Gange ist. Auch wenn dir realistisch gesehen, keine Gefahr droht. Natürlicherweise sollte jeder Aktivierung eine Deaktivierung folgen. Dein Nervensystem kehrt wieder zurück in den Ruhezustand und du kannst dich entspannen. Vielleicht konntest du einmal gerade noch einem Fahrradfahrer auf dem Gehweg ausweichen oder hast im Fernsehen gesehen, wie eine Antilope vor einem Gepard flüchten konnte? Dies sind zwei Beispiele  für eine erfolgreich abgeschlossene Stressantwort. Beide haben mit Bewegung und natürlichen Impulsen zu tun (flüchten). In einem der folgenden Artikel gehe ich näher darauf ein, was das genau bedeutet und wie du es für dich nutzen kannst. 

Die unterschiedlichsten Gründe sind dafür verantwortlich, dass dieser wichtige Schritt nicht ablaufen kann. Entwicklungs- oder Schocktrauma, wie eine schwierige Geburt oder ein Unfall können diesen empfindlichen Regelkreislauf stören. Aber auch toxischer, chronischer Stress, wie wir ihn in unserer schnelllebigen Zeit kennen, spielt eine entscheidende Rolle. Wir spüren nicht mehr, was in unserem Körper vor sich geht, fühlen uns unsicher und entwickeln chronische Verspannungen und Schmerzen weil die Lebensenergie nicht mehr ungehindert fließen kann. Du erinnerst dich, diese Energie, die dich ursprünglich zum Über-leben befähigen sollte, durch die fehlende Deaktivierung wie in einem Spinnennetz gefangen ist. Die Folge ist, eine ständige Bereitschaft zu Kampf oder Flucht und diese spürst du dann in Form deiner Unruhe und auch dem inneren Widerstand dagegen, auszuruhen. Regeneration, erholsamer Schlaf und Entspannung sind deinem System nur in Sicherheit möglich. 

4 Wege, die du gehen kannst, um besser zur Ruhe zu finden

Das nächste Mal, wenn du diese innere Aufregung spürst, die dich davon abhält 

  1. Mache dir bewusst, dass es diese „Kampf oder Flucht“ Reaktion ist

    Was dir bereits dabei hilft ist, diesen Artikel gelesen zu haben und zu wissen, dass es ein natürlicher Mechanismus ist. 
  1. Pausiere

    Spüre deine Füße auf dem Boden oder, je nachdem was du gerade tust, den Kontakt deines Körpers mit dem Untergrund. Fühle bewusst seine Unterstützung.
  1. Spüre deinen Atem so wie er ist, ohne ihn zu verändern

    Es mag sein, dass er schnell und flach ist. Das ist okay. Er drückt deinen inneren Zustand von Anspannung und Wachsamkeit aus. Wenn du ihm die Gelegenheit gibst, dies zu tun, kann es schon bald sein, dass er sich verändert.
  1. Sieh dich in deiner Umgebung um

    Langsam und achtsam in den Bewegungen deines Kopfes. Sieh dich um und finde einen Gegenstand, ein Bild oder, wenn du in der Natur bist, einen Baum oder eine Pflanze und konzentriere dich auf sie. Spüre dabei weiter deinen Atem und den Kontakt zum Untergrund. Diese Art dich zu orientieren und bewusst in Kontakt mit deiner Umwelt zu gehen kann dir helfen, dein Gefühl von Sicherheit wiederzuerlangen.

All diese Wege führen dich mehr in den jetzigen Moment. Und hier lauert höchstwahrscheinlich gerade keine echte Gefahr. Wenn dir dies bewusst wird, du gleichzeitig in Kontakt mit deinem Körper, deinem Atem bleibst, gibt das deinem Nervensystem die Chance die Stressantwort zu deaktivieren. Dies sind erste Schritte auf dem Weg zu mehr Regulation, Ausgeglichenheit und Selbstheilung. Wenn du mehr über diese Arbeit wissen möchtest, folge meinen freien Ressourcen auf Facebook, meinem Blog oder vereinbare ein unverbindliches Kennenlerngespräch, um deine persönliche Situation zu erforschen.

Kennst du diesen inneren Widerstand und die Unruhe aus deinem Leben? Wie fühlt es sich an und in welchen Situationen kämpfst du besonders?

Von Herzen, Michaela